Häufig gestellte Fragen zur Kalligraphie

Wie schreiben die unterschiedlichen Federn?
Können auch Kinder schon mit Federn schreiben?
Welche Schreibfedern sind für Kinder geeignet?
Mit welchen Schreibfedern kann man ganz normal schreiben?
Gibt es Anfängerfedern?
Braucht man eine spezielle Tinte zum Schreiben?
Welche Feder ist für die Anglaise (englische Schreibschrift) geeignet?
Welche Federn sind für Schnörkel geeignet?
Können Linkshänder auch Kalligraphie üben?
Wie werden die Schreibfedern gereinigt?
Welche Schriften sind für das anfängliche Üben geeignet?
Welche Papierarten sind zum Schreiben geeignet?
Wie werden die 2 verschiedenen "S" in alten Schriftarten verwendet?

 

Wie schreiben die unterschiedlichen Federn?

Bandzugfeder Brause Nr. 180, 2,5 mm

Bandzugfedern (Breitfedern) erzeugen unterschiedliche Strichstärken, je nach dem in welcher Richtung die Feder gezogen wird. Sie werden für die meisten Kunstschriften verwendet, die in Kalligraphie-Büchern zu finden sind. Auch alle Alphabete in der Alphabete-Sammlung sind mit der Bandzugfeder geschrieben.

Der Begriff Bandzugfeder rührt von der bandartigen Form des Striches, die sich mit dieser Feder erzeugen läßt und der Tatsache, daß die Feder in der Regel nur gezogen, nicht aber gegen den Strich geschoben wird. Bei seitlicher Führung erhalten Sie einen dünnen Strich, wird die Feder nach unten gezogen, automatisch einen breiten. Eine Schreibanleitung für die Bandzugfeder gibt es hier

strichmuster der bandzugfeder

Der Strich wird automatisch dick und dünn durch
Führung der Feder in unterschiedliche Richtungen.

Auf- und Abschwuenge an Buchstaben, Elefanantenruessel

Sogenannte "Elefantenrüssel", die Auf- und Abschwünge
vornehmlich an den Buchstaben gotischer Schriften entstehen
durch "Aufkanten" der Bandzugfeder beim Schreiben,
d. h. durch drehen der Schreibfeder auf die Ecke.

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Plakatfeder der Firma Brause und Co

Plakatfedern entsprechen in Ihrer Funktion den Bandzugfedern (siehe oben), sind aber breiter, um größere Schriften zu ermöglichen. Mit der Plakatfeder lassen sich ebenfalls die meisten Kunstschriften schreiben, die Sie in Kalligraphie-Büchern finden. Plakatfedern können im Gegensatz zu den Bandzugfedern auch geschoben werden. Dadurch ergeben sich zusätzliche gestalterische Freiräume.

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Spitzfeder William Mitchell, No 0529 EF, Pedigree

Spitzfedern (Schwellzugfeder) werden für Schreib- und Handschriften verwendet. Ein schönes Beispiel ist die englische Schreibschrift Anglaise. Die verschiedenen Spitzfedern unterscheiden sich (abgesehen von der äußeren Form) hauptsächlich durch unterschiedliche Elastizität und unterschiedlich feine Schreibspitzen: EF = extra fein, F = fein, M = medium, B = breit. Unterschiedliche Strichstärken werden erreicht durch unterschiedlichen Druck auf die Feder während des Schreibens, wobei nur Druck gegeben werden kann, wenn die Feder gezogen wird, weil Sie beim Schieben im Papier stecken bleiben oder kratzen würde. Seitlich und nach oben geführte Striche bleiben also immer dünn. Je elastischer die Feder, umso stärker sind die möglichen Strichstärken-Unterschiede, aber umso empfindlicher reagiert die Feder auf "falschen" Druck, das heißt auf Druck, während die Feder geschoben wird. Eine Schreibanleitung gibt es hier:


Links:
Unterschiedliche Strichstärken entstehen durch
unterschiedlichen Druck auf die Feder.

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Pfannenfeder Brause Nr. 50 - Grau-Gruen

Pfannenfedern haben im Gegensatz zu Spitzfedern eine kleine, sogenannte "Pfanne" als Schreibspitze. Dadurch erzeugen sie in der Regel einen etwas fetteren Strich als die Spitzfedern, sind dafür aber etwas leichter zu handhaben. Deshalb wird die Pfannenfeder auch bevorzugt für alltägliches Schreiben verwendet und für Kinder, die noch nicht ganz so viel Geschick beim Schreiben entwickelt haben. Die vielen angebotenen Pfannenfedern unterscheiden sich ebenso wie die Spitzfedern, abgesehen von der äußeren Form, hauptsächlich durch unterschiedliche Elastizität und unterschiedlich große Pfannen. Wird die Feder beim Schreiben gezogen, kann durch Druck auf die Feder gleichfalls die Strichstärke verändert werden. Eine Schreibanleitung gibt es hier:

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Schnurzugfeder, Brause Ornament No 500

Schnurzugfedern, auch Plattenfedern, Ornamentfedern oder Redisfedern genannt, werden in erster Linie für Blockschriften angeboten. Die sind ziemlich langweilig, aber zum Üben hervorragend. Die Strichstärke bleibt bei normalem Gebrauch der Schnurzugfeder immer gleich. Die Strichstärke ist je nach Größe der vorderen Schreibplatte unterschiedlich. Etwas fortgeschrittene SchreiberInnen können mit den Schnurzugfedern aber auch sehr schöne und flotte Schriften schreiben. Durch das Aufkanten der Feder während des Schreibens (das Drehen der Feder auf die Schreibkante) läßt sich die Strichstärke verändern und es entstehen sehr individuelle und spannende Schriftformen.

Diese Technik erfordert etwas Übung. Beispiel:

links oben:
gleichbleibende Strichstärke bei "normaler" Führung.

links unten:
Veränderte Strichstärken durch Aufkanten der Feder

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Zeichenfeder Baignol & Farjon, No 979

Zeichenfedern werden zum Zeichnen verwendet und ermöglichen feinste Linien und Schraffuren. Zum Schreiben kalligrafischer Schriften sind sie in der Regel nicht geeignet, weil die äußerst feinen Federn zumeist im Papier stecken bleiben, sobald sie geschoben werden. Zeichenfedern gibt es ebenfalls in unterschiedlicher Elastizität.

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Linksgeschrägte Feder, William Mitchell, Poster Pen L 16

Linksgeschrägte Federn: In der Regel versteht man unter einer Linkshänderfeder eine der Bandzugfeder ähnliche, aber "links" geschrägte Feder. Streng genommen gibt es aber keine Linkshänderfedern. Die Linkshänder wurden vor 50 oder 100 Jahren (aus dieser Zeit stammen die meisten der hier angebotenen Schreibfedern) keineswegs mit besonderen Produkten versorgt, sondern in der Regel zu "normalem", rechtshändigem Schreiben umerzogen. Die linksgeschrägten Schreibfedern wurden bei einer bestimmten Handhaltung den rechtsgeschrägten Federn vorgezogen, weil sie eine bequemere Auflage auf dem Papier ermöglichen. Dennoch können diese Federn für das linkshändige Schreiben nützlich sein, weil die Feder bei linkshändigem Schreiben ebenfalls besser auf dem Papier geführt werden kann. Generell sind auch alle anderen Arten von Federn für Linkshänder geeignet. Die Handhaltung ist meistens das größere Problem. Und bei einer "falschen" Handhaltung hilft auch eine besondere Schreibfeder nichts. Hier gibt es einen kleinen Kurs über eine gute Handhaltung für das Schreiben mit Links.

 

 

Abbildung links:

Linksgeschrägte und rechtsgeschrägte Schreibfedern.

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Brause & Co, Doppelstrichfeder 010

Rechteckplattenfedern sind eine Erfindung des deutschen Kalligraphen Karlgeorg Hoefer und wurden von der Firma Brause & Co hergestellt. Das auffallende Merkmal eines Striches mit dieser Art Feder ist der um 90 Grad verdrehte Ansatzwinkel im Vergleich zu einer normalen Bandzugfeder (sie Abbildungen unten). Wird die Rechteckplattenfeder beim Schreiben auf die Kante gedreht, entstehen zusätzlich unterschiedliche Schrichstärken. Diese Technik erfordert natürlich ein wenig Übung. Eine Alphabetvorlage gibt es hier. (pdf-Dokument, 273 KB) .
Die Federn werden leider auch nicht mehr hergestellt. Es ist aber möglich, sich eine zu basteln, indem die runde Schreibplatte einer 4 oder 5 mm breiten Schnurzugfeder mit einer Diamantfeile an den Seiten gerade geschliffen wird. Diese Variante ist zwar weniger elastisch als das Original, aber der Aufwand lohnt sich trotzdem.

strichmuster der Bandzugfeder
Strichmuster der Rechteckplattenfeder
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mit der Bandzugfeder
mit der Rechteckplatten-Feder
Schriftbeispiel

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Können auch Kinder schon mit Federn schreiben?
Welche Schreibfedern sind für Kinder geeignet?

Mit elastischen Schreibfedern entwickelt ein Kind deutlich leichter ein feinmotorisches Gefühl als mit anderen Schreibgeräten, die auf Druck nicht reagieren. Daher empfehle ich auch für Kinder das Schreiben mit den Stahlfedern. Die dem Kind gegenüber oft vermittelte Anschauung "lerne erst mal schreiben" entsteht vermutlich aus der Vorstellung umgeworfener Tintenfässer ... Ein schönerFasshalter löst das Problem auf einfache Weise. Sehr kleine Kinder werden mit den Federn natürlich vorzugsweise malen, und nicht schreiben. Sobald in der Schule das Schreiben gelernt wird, können die Stahlfedern zu mehr Freude beim Schreiben üben beitragen. Und wenn die eine oder andere Feder dabei kaputt geht, ist nicht viel verloren. Generell sind Pfannenfedern für Kinder geeignet, weil sie nicht ganz so spitz sind und daher nicht so leicht im Papier stecken bleiben. Je härter die Feder (weniger elastisch) und je größer die Pfanne, umso einfacher die Handhabung. Geschickte Kinder können auch jederzeit alle anderen Federn versuchen. Natürlich ohne den Anspruch auf fehlerfreie Handhabung und perfekte Formen. Ebenfalls gut geeignet für kleine Kinder sind die schmalenSchnurzugfedern bis 1,5 mm. Eine Zusammenstellung mit Federn für Kinder gibt es bei Schreibfeder-Sortimente.

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Mit welchen Schreibfedern kann man ganz normal schreiben?

Mit Pfannenfedern und den schmalen Schnurzugfedern bis 1,5 mm läßt sich "normal" schreiben. Je härter (weniger elastisch) die Feder, umso einfacher die Handhabung. Bandzugfedern sind weniger geeignet (vor allem die breiteren nicht), da diese Federn beim Schreiben in der Regel ja nur gezogen werden, wohingegen beim normalen Schreiben die Feder sowohl gezogen als auch geschoben wird.

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Gibt es Anfängerfedern?

Nein. Es gibt nur unterschiedliche Arten von Federn für unterschiedliche Schriftarten, wobei die weniger elastischen Pfannenfedern am einfachsten zu handhaben sind. Sie ergeben jedoch ein weniger interessantes Schriftbild, weil die Strichstärke immer relativ gleich bleibt. Wer die Kalligraphie als Hobby beginnen möchte, wird von den harten Pfannenfedern natürlich nicht so begeistert sein. Ich empfehle, die Kalligrafie mitBandzugfedern zu beginnen, weil Sie mit diesen Federn am leichtesten eine korrekte Handhaltung erlernen können. Leicht wird es möglicherweise nicht, aber bei anderen Federarten ist es nicht so auffällig, wenn die Handhaltung nicht korrekt ist. Und wenn Sie sich etwas Ungeschicktes angewöhnen, wird es hinterher umso schwieriger.

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Braucht man eine spezielle Tinte zum Schreiben?

Nein. Es gibt aber unterschiedliche Qualitäten, sowohl was die Schreibfähigkeit der Tinte betrifft also auch die Lichtbeständigkeit. Normale Füllertinten sind zum Beispiel kaum lichbeständig. Das bedeutet, daß der Text, wenn er hellem Tageslicht ausgesetzt ist, schon nach wenigen Wochen deutlich an Leuchtkraft verliert, besonders bei direkter Sonnenbestrahlung. Die hier angebotenen Schreibtinten haben eine sehr gute Lichtechtheit und fließen leichter aus der Feder als die normalen Füllertinten, sind also für Arbeiten, die ausgestellt werden oder einfach in ein paar Jahren noch schön sein sollen, zu bevorzugen. Beim Üben spielt es aber in der Regel keine Rolle, wie dauerhaft die Schrift ist. Dafür sind dann auch die meisten handelsüblichen Tinten gut. Es gibt allerdings auch schlechte Tinten, die einfach keinen feinen Strich ermöglichen. Eine 100 %ige Lichtechtheit gewährleisten nur die dokumentenechten Tinten. Das sind meistens Eisengallustinten, deren Hauptbestandteile Gallapfel und Eisensulfat sind. Tusche ist zu dickflüssig ist, um einen feinen Strich zu ermöglichen. Auch klebt sie fürchterlich und verkrustet die Feder. Zum Schreiben auf Leder (mti Alkohol entfettet) oder Holz (sehr fein geschliffen und mit einem verdünnten Lack oder Öl leicht eingerieben, um die Poren zu verschließen) eignet sich die Tusche wiederum sehr gut, weil Sie eine wesentlich stärkere Deckkraft besitzt als Tinte. Auch sind Tuschen in der Regel feuchtigkeitsbeständig und 100 % lichtecht, weswegen Sie für bestimmte Anwendungen durchaus die richtige Wahl sind.

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Welche Feder ist für die Anglaise (Englische Schreibschrift) geeignet?

Sie benötigen eine sehr elastische Spitzfeder mit möglichst feiner Spitze, wie zum Beispiel die Nr. 87 von Turner & Harrison (USA) oder die Nr. 303 von Joseph Gillott (England). Auch die sogenannten Ellenbogenfedern (Ellbow oblique pen) werden für die englische Schreibschrift empfohlen, weil sie das Erreichen des korrekten Schreibwinkels durch ihre besondere Konstruktion erleichtern sollen. Diesem Zweck dient auch der Oblique penholder, mit dem jede beliebige Schreibfeder im passenden Winkel auf das Papier gesetzt werden kann. Den Oblique penholder erhalten Sie hier. Die hier empfohlenen Schreibfedern sind einzeln im Shop zu haben auf den "Spitzfedern"- Seiten (Zum Suchen: "Strg + F" drücken und den Begriff "Anglaise" eingeben). Insgesamt 6 sehr gute Schreibfedern für die Anglaise gibt es auch imSortiment.

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Welche Federn sind für Schnörkel geeignet?

Für Verzierungen und Schnörkel verwenden Sie zu Beginn eine weniger elastische Pfannenfeder (so ähnlich wie eine Füllerfeder, z.B. Brause Nr. 50 oder Cito Fein, siehe im Shop unter Pfannenfedern). Sie ist einfacher zu handhaben als eine Spitzfeder, mit der Sie bei falscher Führung leicht im Papier stecken bleiben. Allerdings ermöglichen die genannten Pfannenfedern keine großen Strichstärken-Unterschiede, eben weil sie nicht elastisch sind. Sind Sie geübt im "schnörkeln", eignen sich auch die feinen und sehr elastischen Spitzfedern. Zum Üben beginnen Sie am besten mit einfachen Formen wie den hier abgebildeten und finden von dort ausgehend Variationen.

Muster verschiedener Schnoerkel, mit der Spitzfeder geschrieben

Verzagen Sie nicht, wenn Ihnen nicht gleich eine harmonische, ausgewogene Bewegung gelingt. Auch hier gilt: "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen". Übungen mit dem Bleistift auf einem großen Bogen Papier sind empfehlenswert. Pfannenfedern und Spitzfedern werden im gleichen Winkel aufgesetzt wie Bandzugfedern. Siehe Anleitung dort.

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Können Linkshänder auch Kalligraphie üben?

Grundsätzlich ja. Es gibt allerdings eine Besonderheit beim Schreiben, die Sie im Kapitel über das Linkshändige Schreiben nachlesen können.

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Wie werden die Schreibfedern gereinigt?

Wenn Sie die Feder nicht unmittelbar nach dem Schreiben reinigen, verkrustet sie, fängt an zu rosten und ist bald nicht mehr brauchbar. Das Säubern mit einem trockenen Papiertuch ist ausreichend, sofern Sie mit Tinte geschrieben haben. Wenn Sie mit Tusche schreiben, ist ein feuchtes Tuch zu empfehlen. Es ist in jedem Fall nicht notwendig, die Feder unter den Wasserhahn zu halten. Das führt gleichfalls nur zu Rost, wenn das Wasser in die Halterung eindringt.

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Welche Kalligrafie-Schriftarten sind für das anfängliche Üben geeignet?

Zu empfehlen sind Schriftarten wie die "Karolingische Minuskel", die "Unziale", "Rundgotisch in der Art einer Rotunda" und die "Antiqua", so wie sie hier dargestellt werden. Diese Schriften besitzen einfache runde und gerade Formen. Andere hier gezeigte Schriftarten wie beispielsweise "Fraktur", "Kanzleischrift", "Schwabacher", "Textur" und "Italienische Minuskel" erfordern einiges an Übung, weil die Feder beim Schreiben oft aufgekantet und teilweise sogar gedreht werden muß. Die Unziale zeigt durch Pfeile an den Buchstaben, in welcher Reihenfolge die einzelnen Striche gezogen werden. Ein Übungsheft für die Karolingische Minuskel, die Unziale und die Bastarda Grande Llana finden Siehier.

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Welche Papierarten sind zum Schreiben geeignet?

Das Papier muß zumindest oberflächengeleimt sein, damit die Tinte nicht zerfließt. Diese Bedingung ist bereits beim Papier eines normalen Linienblockes gegeben. Daher ist es zum Üben bestens geeignet. Allerdings ist dieses Papier nicht sehr stabil, erlaubt keine Korrekturen und ist nicht alterungsbeständig. Wenn Sie ein schönes Blatt gestalten möchten, sollte das Papier diese Kriterien erfüllen, was bei den meisten Büttenpapieren und Zeichenkartonen für den Künstlerbedarf der Fall ist. Ist das Papier allerdings zu rauh, wird das Schreiben mit der Bandzugfeder mühsam oder gar unmöglich. Beim Schreiben mit einer Rohrfeder, einem Pinsel, Pappstreifen oder anderen Fundstücken ergeben sich allerdings wieder neue Möglichkeiten, was die Papierqualität betrifft. Experimentieren Sie mit verschiedenen Papieren, um herauszufinden, welcher Untergrund für welches Schreibgerät geeignet ist.

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Wie werden das lange und das runde "S" in alten Schriftarten verwendet?

Bis vor einigen Rechtschreib-Reformen (ca. 1850) waren 2 Arten von kleinem "s" im Gebrauch: Das lange "⌠"und das runde "s". Je nach Stellung des "s" im Wort wurde entweder das eine oder das andere verwendet. Wenn Sie alte Schriften schreiben (z.B. Fraktur, Schwabacher, Textur, Karolingische Minuskel, etc.), empfehle ich die Verwendung beider "s", denn es verschönert das Schriftbild ungemein und gehört einfach zur Schrift dazu. Bei moderneren Schriften wirkt es eigenartig, weil wir den Anblick nicht mehr gewohnt sind. Die beiden "s" werden nach folgenden Regeln verwendet:

Das lange "" steht im Anlaut einer Silbe, also vor dem Selbstlaut, Umlaut oder Doppellaut. z.B. icher, ehen, löen, Palm, Rätel, Fernehen, usw. Beachten: steht auch vor einem ausgefallenen stimmlosen "e", z.B. ich le' (von: ich lee), Verwechlung (von: Verwechelung), Baler Straße (von: Baeler Straße)

Das runde "s" steht im Auslaut einer Silbe, also nach dem Selbstlaut, Umlaut oder Doppellaut z.B.: Haus, Mesner, Kiosk, Kubismus, Dresdner. Ausnahmen: Lautverbindungen sp und ss.

Das "scharfe s" (ß) ist übrigens ein Zusammenzug aus langem und rundem "s" und hat nichts mit sz zu tun. Das ist ein weitverbreitetes Mißverständnis. Das scharfe "s" steht leider auch kurz vor der Abschaffung. Zumindest in der Kalligraphie-Kunst sollte es wegen des schöneren Schriftbildes nicht durch ein doppel-s ersetzt werden.

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