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Das Schreibfedern ABC

Das Schreibfedern ABC mit Erklärungen zu allen wichtigen Schreibfederarten

Im "Schreibfedern ABC" werden auf 16 Seiten die verschiedenen Kalligraphie-Schreibfeder-Arten dargestellt und beschrieben. Umrahmt von interessanten Informationen, Abbildungen und Schriftbeispielen wird die Anwendung der Federarten kurz und verständlich erläutert.

 

Häufig gestellte Fragen zur Kalligraphie

Wie schreiben die unterschiedlichen Federn?
Welche Federn sind für die Anglaise (englische Schreibschrift) geeignet?
Können auch Kinder schon mit Federn schreiben (und mit welchen Federn)?
Warum fließt die Tinte nicht richtig aus meiner Feder?
Mit welchen Federn kann man ganz normal schreiben?
Gibt es Anfängerfedern?
Braucht man eine spezielle Tinte zum Schreiben?
Was ist der Unterschied zwischen Tinte und Tusche?
Welche Papierarten sind zum Schreiben geeignet? (Warum zerfließt die Tinte auf dem Papier?)
Welche Federn sind für Schnörkel geeignet?
Können Linkshänder auch Kalligraphie üben?
Wie werden die Schreibfedern gereinigt?
Welche Kalligrafie-Schriftarten sind für das anfängliche Üben geeignet?
Wie werden die 2 verschiedenen "S" in alten Schriftarten verwendet?

 

Wie schreiben die unterschiedlichen Federn?

 

Bandzugfeder Brause Nr. 180, 2,5 mmHier finden Sie einen LinkBandzugfedern (Breitfedern) erzeugen unterschiedliche Strichstärken, je nach dem in welcher Richtung die Feder gezogen wird. Sie werden für die meisten Kunstschriften verwendet, die in Kalligraphie-Büchern zu finden sind. Auch alle Alphabete in der Hier finden Sie einen Link Alphabete-Sammlung sind mit der Bandzugfeder geschrieben.

Der Begriff Bandzugfeder rührt von der bandartigen Form des Striches, die sich mit dieser Feder erzeugen läßt und der Tatsache, daß die Feder in der Regel nur gezogen, nicht aber gegen den Strich geschoben wird. Bei seitlicher Führung erhalten Sie einen dünnen Strich, wird die Feder nach unten gezogen, automatisch einen breiten. Hier finden Sie einen Link Eine Schreibanleitung für die Bandzugfeder gibt es hier.

Strichmuster der Bandzugfeder

 

Der Strich wird automatisch dick und dünn durch Führung der Feder in unterschiedliche Richtungen.

Auf- und Abschwuenge an Buchstaben, Elefanantenruessel

 

Sogenannte "Elefantenrüssel", die Auf- und Abschwünge vornehmlich an den Buchstaben gotischer Schriften entstehen durch "Aufkanten" der Bandzugfeder beim Schreiben, d. h. durch drehen der Schreibfeder auf die Ecke.

 

Schriftmuster vergrößern



Plakatfeder der Firma Brause und CoHier finden Sie einen LinkPlakatfedern entsprechen in Ihrer Funktion den Bandzugfedern (siehe oben), sind aber breiter, um größere Schriften zu ermöglichen. Mit der Plakatfeder lassen sich ebenfalls die meisten Kunstschriften schreiben, die Sie in Kalligraphie-Büchern finden. Plakatfedern können im Gegensatz zu den Bandzugfedern auch geschoben werden. Dadurch ergeben sich zusätzliche gestalterische Freiräume.


Spitzfeder William Mitchell, No 0529 EF, PedigreeHier finden Sie einen LinkSpitzfedern (Schwellzugfeder) werden für Schreib- und Handschriften verwendet. Ein schönes Beispiel ist die englische Schreibschrift Anglaise. Die verschiedenen Spitzfedern unterscheiden sich (abgesehen von der äußeren Form) hauptsächlich durch unterschiedliche Elastizität und unterschiedlich feine Schreibspitzen: EF = extra fein, F = fein, M = medium, B = breit. Unterschiedliche Strichstärken werden erreicht durch unterschiedlichen Druck auf die Feder während des Schreibens, wobei nur Druck gegeben werden kann, wenn die Feder gezogen wird, weil Sie beim Schieben im Papier stecken bleiben oder kratzen würde. Seitlich und nach oben geführte Striche bleiben also immer dünn. Je elastischer die Feder, umso stärker sind die möglichen Strichstärken-Unterschiede, aber umso empfindlicher reagiert die Feder auf "falschen" Druck, das heißt auf Druck, während die Feder geschoben wird. Hier finden Sie einen Link Eine Schreibanleitung gibt es hier:

Unterschiedliche Strichstärken entstehen durch
unterschiedlichen Druck auf die Feder.

Hier finden Sie einen Link Ein Beispiel-Video finden Sie hier


Pfannenfeder Brause Nr. 50 - Grau-GruenHier finden Sie einen LinkPfannenfedern haben im Gegensatz zu Spitzfedern eine kleine, sogenannte "Pfanne" als Schreibspitze. Dadurch erzeugen sie in der Regel einen etwas fetteren Strich als die Spitzfedern, sind dafür aber etwas leichter zu handhaben. Deshalb wird die Pfannenfeder auch bevorzugt für alltägliches Schreiben verwendet und für Kinder, die noch nicht ganz so viel Geschick beim Schreiben entwickelt haben. Die vielen angebotenen Pfannenfedern unterscheiden sich ebenso wie die Spitzfedern, abgesehen von der äußeren Form, hauptsächlich durch unterschiedliche Elastizität und unterschiedlich große Pfannen. Wird die Feder beim Schreiben gezogen, kann durch Druck auf die Feder gleichfalls die Strichstärke verändert werden. Hier finden Sie einen Link Eine Schreibanleitung gibt es hier:


Schnurzugfeder, Heintze & Blanckertz, RedisHier finden Sie einen LinkSchnurzugfedern, auch Plattenfedern, Ornamentfedern oder Redisfedern genannt, werden in erster Linie für Blockschriften angeboten. Die sind ziemlich langweilig, aber zum Üben hervorragend. Die Strichstärke bleibt bei normalem Gebrauch der Schnurzugfeder immer gleich. Die Strichstärke ist je nach Größe der vorderen Schreibplatte unterschiedlich. Etwas fortgeschrittene SchreiberInnen können mit den Schnurzugfedern aber auch sehr schöne und flotte Schriften schreiben. Durch das Aufkanten der Feder während des Schreibens (das Drehen der Feder auf die Schreibkante) läßt sich die Strichstärke verändern und es entstehen sehr individuelle und spannende Schriftformen.

Diese Technik erfordert etwas Übung. Beispiel:

gleichbleibende Strichstärke bei "normaler" Führung

Verjüngung des Striches durch "Aufkanten"
der Feder während des Schreibens

 

Schriftmuster vergrößernvergrößern



Zeichenfeder Baignol & Farjon, No 979Hier finden Sie einen LinkZeichenfedern werden zum Zeichnen verwendet und ermöglichen feinste Linien und Schraffuren. Zum Schreiben kalligrafischer Schriften sind sie in der Regel nicht geeignet, weil die äußerst feinen Federn zumeist im Papier stecken bleiben, sobald sie geschoben werden. Zeichenfedern gibt es ebenfalls in unterschiedlicher Elastizität.


Linksgeschrägte Feder, William Mitchell, Poster Pen L 16Hier finden Sie einen LinkLinksgeschrägte Federn: In der Regel versteht man unter einer Linkshänderfeder eine der Bandzugfeder ähnliche, aber "links" geschrägte Feder. Streng genommen gibt es aber keine Linkshänderfedern. Die Linkshänder wurden vor 50 oder 100 Jahren (aus dieser Zeit stammen die meisten der hier angebotenen Schreibfedern) keineswegs mit besonderen Produkten versorgt, sondern in der Regel zu "normalem", rechtshändigem Schreiben umerzogen. Die linksgeschrägten Schreibfedern wurden bei einer bestimmten Handhaltung den rechtsgeschrägten Federn vorgezogen, weil sie eine bequemere Auflage auf dem Papier ermöglichen. Dennoch können diese Federn für das linkshändige Schreiben nützlich sein, weil die Feder bei linkshändigem Schreiben ebenfalls besser auf dem Papier geführt werden kann. Generell sind auch alle anderen Arten von Federn für Linkshänder geeignet. Die Handhaltung ist meistens das größere Problem. Und bei einer "falschen" Handhaltung hilft auch eine besondere Schreibfeder nichts. Hier finden Sie einen Link Hier gibt es einen kleinen Kurs über eine gute Handhaltung für das Schreiben mit Links.

Weitere Informationen zum Gebrauch linksgeschrägter Federn gibt es im Shop bei den Hier finden Sie einen Link Linkshänderfedern in der linken Navigationsleiste.

Linksgeschrägte und rechtsgeschrägte Bandzugfedern

 

Linksgeschrägte und rechtsgeschrägte Bandzugfeder



Brause & Co, Rechteckplattenfeder Nr. 505, 1 mmHier finden Sie einen LinkRechteckplattenfedern sind eine Erfindung des deutschen Kalligraphen Karlgeorg Hoefer und wurden von der Firma Brause & Co hergestellt (Nr. 505). Das auffallende Merkmal eines Striches mit dieser Art Feder ist der um 90 Grad verdrehte Ansatzwinkel im Vergleich zu einer normalen Bandzugfeder (sie Abbildungen unten). Wird die Rechteckplattenfeder beim Schreiben auf die Kante gedreht, entstehen zusätzlich unterschiedliche Strichstärken. Diese Technik erfordert natürlich ein wenig Übung. Hier finden Sie einen Link Eine Alphabetvorlage gibt es hier. (pdf-Dokument, 273 KB) .
Die Federn werden leider auch nicht mehr hergestellt. Es ist aber möglich, sich eine zu basteln, indem die runde Schreibplatte einer 4 oder 5 mm breiten Hier finden Sie einen Link Schnurzugfeder mit einer Diamantfeile an den Seiten gerade geschliffen wird. Diese Variante ist zwar weniger elastisch als das Original, aber der Aufwand lohnt sich trotzdem.

strichmuster der Bandzugfeder
Strichmuster der Rechteckplattenfeder
mit der
Bandzugfeder
mit der
Rechteckplatten-Feder

Hier finden Sie einen Linkvergrößern
Schriftbeispiel

Schreibfeder Speedball Pens A-2 Ein ähnliches, aber nicht ganz so reizvolles Schriftbild, erzeugen Schreibfedern mit einer quadratischen Schreibplatte. Die Firma Speedball aus den USA stellt diese Federn noch her. Hier finden Sie einen Link Sie sind auch hier im Shop erhältlich.

 

Welche Federn sind für die Anglaise (Englische Schreibschrift) geeignet?

Joseph Gillott, No. 303 Extra Fine Sie benötigen eine sehr elastische Spitzfeder mit möglichst feiner Spitze. Auch die sogenannten Ellenbogenfedern (Ellbow oblique pen) werden für die englische Schreibschrift empfohlen, weil sie das Erreichen des korrekten Schreibwinkels durch ihre besondere Konstruktion erleichtern sollen. Diesem Zweck dient auch der "Oblique Federhalter", mit dem jede beliebige Spitzfeder im passenden Winkel auf das Papier gesetzt werden kann. Den "Oblique Federhalter" erhalten SieHier finden Sie einen Link hier. Eine Auswahl von 6 sehr guten Spitzfedern für die Anglaise gibt es imHier finden Sie einen LinkSortiment. Eine größere Auswahl gibt es im Kalligraphie-Shop auf den Hier finden Sie einen LinkSpitzfeder-Seiten.

 

Können auch Kinder schon mit Federn schreiben?

(mit welchen Federn?)

Im Gegensatz zu Schreibgeräten, die auf Druck kaum oder gar nicht reagieren (z.B. Bleistifte, Füller und Kulis), können elastische Schreibfedern das Kind beim Entwickeln feinmotorischer Fähigkeiten unterstützen. Daher empfehle ich auch für Kinder das Schreiben mit den Stahlfedern. Die dem Kind gegenüber oft vermittelte Anschauung "lerne erst mal schreiben" entsteht vermutlich aus der Vorstellung umgeworfener Tintenfässer ... Ein schönerHier finden Sie einen LinkFasshalter löst das Problem auf einfache Weise. Sehr kleine Kinder werden mit den Federn natürlich vorzugsweise malen, und nicht schreiben. Sobald in der Schule das Schreiben gelernt wird, können die Stahlfedern zu mehr Freude beim Schreiben beitragen. Und wenn die eine oder andere Feder dabei kaputt geht, ist nicht viel verloren. Generell sind Hier finden Sie einen LinkPfannenfedern für Kinder geeignet, weil sie nicht ganz so spitz sind und daher leichter über das Papier gleiten. Je härter die Feder (weniger elastisch) und je größer die Pfanne, umso einfacher die Handhabung, aber umso geringer sind die möglichen Strichstärkenunterschiede, die erzeugt werden können. Geschickte Kinder können auch jederzeit alle anderen Federn versuchen. Natürlich ohne den Anspruch auf fehlerfreie Handhabung und perfekte Formen. Ebenfalls gut geeignet für kleine Kinder sind die schmalenHier finden Sie einen LinkSchnurzugfedern bis 1,5 mm. Eine Zusammenstellung mit Federn für Kinder gibt es bei denHier finden Sie einen Link Schreibfeder-Sortimenten.

 

Warum fließt die Tinte nicht aus meiner Feder?

Die Feder hat einen Spalt, durch den die Tinte zur Schreibspitze fließen kann. Die Tinte muß bis an die Schreibspitze der Feder heranreichen, bevor der Spalt sich durch den Druck der Hand öffnet, sonst wird die Tinte statt nach vorn, nach hinten gezogen. Das kann entweder passieren, wenn der Spalt "von Haus aus" nicht ganz geschlossen ist (das können Sie z.B. prüfen, indem sie die Feder gegen das Licht halten und schauen, ob Licht durch den Spalt scheint), oder wenn die Feder noch neu und unbenutzt ist und die Tinte sich dadurch nicht gleichmäßig auf der metallischen Oberfläche der Feder verteilt, sondern Tropfen bildet (Das kann auch dazu führen, daß mehr Tinte auf das Papier fließt als gewünscht oder gar ein ganzer Tropfen von der Feder fällt). Ich habe mich beim Hersteller Brause & Co erkundigt; die Federn werden nicht, wie oft behauptet, mit einer wie auch immer gearteten "Schutzschicht" überzogen. Das Problem läßt jedenfalls nach einer Weile nach, wenn die Metalloberfläche durch die Feuchtigkeit oxidiert und dadurch rauher wird, und auch durch Tintenrückstände, die sich mit der Zeit auf der Feder ablagern.

In der Regel reicht es zu Anfang aus, wenn Sie die Feder kurz in die Tinte tauchen und sie dann mit einem Papiertuch an der Spitze vorsichtig, aber kräftig abreiben. Das Abflammen der Feder kann der Feder leicht den Garaus machen, denn durch zu starke Hitze verliert das Metall seine Elastizität (Erklärung dazu siehe Hier finden Sie einen Link"Die Herstellung von Schreibfedern"). Das Metall wird weich und federt bei Druck nicht mehr zurück, was dann dazu führt, daß der Federspalt sich nicht mehr ganz schließt und die Tinte nicht mehr nach vorne fließen kann.

 

Mit welchen Schreibfedern kann man ganz normal schreiben?

Mit Hier finden Sie einen LinkPfannenfedern und den schmalen Hier finden Sie einen LinkSchnurzugfedern bis 1,5 mm läßt sich "normal" schreiben. Je härter (weniger elastisch) die Feder, und je größer die "Pfanne" (die Schreibspitze) umso einfacher ist die Handhabung.

Die Schreibspitze einer Pfannenfeder Die Pfanne (Schreibspitze) einer Pfannenfeder.

Beim "normalen Schreiben" wird die Feder sowohl gezogen als auch geschoben. Deshalb sind dafür vor allem Federn geeignet, die nicht ganz so spitz sind und die eine geringe Elastizität haben. Bandzugfedern sind weniger geeignet (vor allem die breiteren nicht), weil bei diesen Federn der Tintenfluß stoppt, sobald die Feder geschoben wird.

 

Gibt es Anfängerfedern?

Nein, es gibt aber unterschiedliche Arten von Federn, von denen manche recht einfach zu handhaben sind und manche etwas schwieriger. Die Federn-Auswahl ist davon abhängig, welche Schriftart Sie schreiben möchten. Pfannenfedern mit geringer Elastizität sind den normalen Füllerfedern ähnlich und daher am einfachsten zu handhaben, jedoch erzeugen sie nur gleichbleibende Strichstärken und sind daher für die Kalligraphie nicht ganz so interessant. Für Kinder, die das Schreiben mit Feder und Tinte ausprobieren möchten, sind sie eine gute Wahl. Ansonsten empfehle ich, die Kalligrafie mitHier finden Sie einen LinkBandzugfedern zu beginnen, weil Sie mit diesen Federn am besten eine korrekte Handhaltung erlernen können. Bei den anderen Federarten ist es weniger auffällig, wenn die Handhaltung nicht korrekt ist. Und wenn Sie sich eine falsche Haltung angewöhnt haben, wird die Korrektur umso schwieriger. Weitere Informationen zur Handhaltung finden Sie auf der Seite mit der Hier finden Sie einen LinkAnleitung für die Bandzugfeder.

 

Braucht man eine spezielle Tinte zum Schreiben?

Nein, es gibt aber unterschiedliche Qualitäten, sowohl was die Schreibfähigkeit der Tinte betrifft als auch die Lichtbeständigkeit. Normale Füllertinten sind zum Beispiel kaum lichbeständig. Das bedeutet, daß der Text, wenn er hellem Tageslicht ausgesetzt ist, schon nach wenigen Wochen deutlich an Leuchtkraft verliert, besonders bei direkter Sonnenbestrahlung. Eine 100 %ige Lichtechtheit gewährleisten nur die "dokumentenechten" Tinten. Das sind meistens Eisengallustinten, deren Hauptbestandteile Gallapfel und Eisensulfat sind. Beim Üben spielt es aber kaum eine Rolle, wie dauerhaft die Schrift ist. Dafür sind dann auch die meisten handelsüblichen Tinten gut. Es gibt allerdings auch schlechte Tinten, die einfach keinen feinen Strich ermöglichen. Durch Vergleichen verschiedener Produkte finden Sie die feinen Unterschiede schnell heraus. Die hier angebotenen Hier finden Sie einen LinkKalligraphie-Tinten haben eine sehr gute Lichtechtheit und fließen leichter aus der Feder als die handelsüblichen Füllertinten, sind also für Arbeiten, die ausgestellt werden oder einfach in ein paar Jahren noch schön sein sollen, gut geeignet.

 

Was ist der Unterschied zwischen Tinte und Tusche?

Tinten sind wässrige Lösungen aus Farbstoffen. Der farbgebende Stoff, ob pflanzlich oder chemisch, liegt also im Wasser in gelöster Form vor. Tinten sind dünnflüssig, bleiben auch nach dem Trocknen wasserlöslich und sind mehr oder weniger lasierend, haben also eine geringe oder gar keine Deckkraft. Die Lichtechtheit ist vor allem bei den pflanzlichen Tinten und bei den herkömmlichen Füllertinten (aus Anilin-, Fuchsin- oder Eosin-Farbstoffen etc.) meist schlecht. Es gibt aber natürlich auch sehr hochwertige, beständige und dokumentenechte Tinten. Tinten sind gut geeignet für das Schreiben von Texten auf Papier.

Tuschen sind pigmentierte Flüssigkeiten. Die Pigmente, z.B. Russpartikel aus Lampenruss oder aus der sauerstoffreduzierten Verbrennung von ausgesuchten Hölzern, sind in Wasser unlöslich und werden durch verschiedene Bindemittel, zum Beispiel Natur- oder Kunstharze, in der Schwebe gehalten. Nach einiger Zeit setzen sich die Pigmente aber wieder ab und die Tusche muß dann vor dem Gebrauch ordentlich geschüttelt oder gerührt werden, so daß die Pigmente sich wieder gleichmäßig in der Flüssigkeit verteilen. Es gibt auch trockene Stangentuschen, die erst kurz vor dem Gebrauch auf Schiefersteinen angerieben werden (traditionelle chinesische und japanische Tuschmalerei). Tusche ist meist mehr oder weniger dickflüssig und etwas klebrig (mit Ausnahme der chinesischen Stangentusche), hat eine hohe Deckkraft, eine gute Feuchtigkeitsbeständigkeit und ist meist zu 100% lichtbeständig, bleicht also auch bei Sonnenbestrahlung nicht aus. Zum Schreiben auf glattem Leder (mit Alkohol oder Ochsengalle entfettet) oder Holz (sehr fein geschliffen und mit einem verdünnten Lack oder Öl sehr dünn eingerieben, um die Poren zu verschließen) eignet sich Tusche durch ihre hohe Deckkraft sehr gut.

Ein kleines Angebot an hochwertigen Tuschen der Firma Rohrer & Klingner finden Sie im Hier finden Sie einen Link Kalligraphie-Shop.

 

Welche Papierarten sind zum Schreiben geeignet?

Warum zerfließt die Tinte auf dem Papier?

Der "Stoff", der ein Verfließen der Tinte oder Tusche in das Papier verhindert, ist die "Leimung". Die allermeisten Papiere für den alltäglichen Bedarf (normale Schreibblöcke, Kopierpapier etc. mit 70 oder 80g pro m²) besitzen nur eine sehr dünne Oberflächenleimung, die für die meisten "modernen" Anwendungen ausreicht. Beim Schreiben mit Tinte und Feder ist die Leimung dann allerdings oft zu schwach, sie löst sich durch die Flüssigkeit auf, und dann zerfließt die Tinte oder Tusche.
Abgesehen davon sind diese Papiere nicht sehr stabil, erlauben keine Korrekturen und sind nicht alterungsbeständig, das heißt, sie werden durch Lichteinfluß und Schmutzstoffe in der Luft schnell vergilben.
Hochwertige Papiere für den Künstlerbedarf haben je nach Verwendungszweck eine kräftigere, das Papier ganz oder teilweise durchdringende Leimung. Eine Alterungsbeständigkeit ist gegeben, wenn das Papier als "säurefrei" bezeichnet wird. Gute Künstlerpapiere haben zusätzlich eine alkalische "Pufferung" gegen schädigende, saure Umwelteinflüsse. Für die Kalligraphie sind zum Beispiel spezielle Zeichenpapiere und -kartone mit mindestens 100 g pro m² sehr gut geeignet.

Im Fachhandel gibt es eine riesige Palette verschiedener Papiere, und die Auswahl fällt schwer. Ist das Papier zu rauh, wird das Schreiben mit der Bandzug- oder Spitzfeder mühsam oder gar unmöglich. Beim Schreiben mit einer Rohrfeder, einem Pinsel, Pappstreifen oder anderen Fundstücken ergeben sich allerdings wieder neue Möglichkeiten, was die Papierqualität betrifft. Experimentieren Sie mit verschiedenen Papieren, um herauszufinden, welche Untergründe für welche Schreibgeräte und Ihre persönlichen Techniken geeignet sind.

 

Welche Federn sind für Schnörkel geeignet?

Für Verzierungen und Schnörkel verwenden Sie zu Beginn eine weniger elastische Pfannenfeder (so ähnlich wie eine Füllerfeder, z.B. Brause Nr. 50 oder Cito Fein, siehe im Shop unter Hier finden Sie einen LinkPfannenfedern). Diese Federn sind einfacher zu handhaben als die Spitzfedern, mit denen Sie bei falscher Führung leicht im Papier stecken bleiben. Allerdings ermöglichen die genannten Pfannenfedern keine großen Strichstärken-Unterschiede, eben weil sie nicht elastisch sind. Sind Sie geübt im "schnörkeln", eignen sich auch die feinen und sehr elastischen Spitzfedern. Zum Üben beginnen Sie am besten mit einfachen Formen wie den hier abgebildeten und finden von dort ausgehend Variationen.

Muster verschiedener Schnoerkel, mit der Spitzfeder geschrieben

Verzagen Sie nicht, wenn Ihnen nicht gleich eine harmonische, ausgewogene Bewegung gelingt. Auch hier gilt: "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen". Übungen mit dem Bleistift auf einem großen Bogen Papier sind empfehlenswert. Pfannenfedern und Spitzfedern werden im gleichen Winkel aufgesetzt wie Bandzugfedern. Hier finden Sie einen Link Siehe Anleitung

 

Können Linkshänder auch Kalligraphie üben?

Grundsätzlich ja. Es gibt allerdings eine Besonderheit beim Schreiben, die Sie im Hier finden Sie einen LinkKapitel über das Linkshändige Schreiben nachlesen können.

 

Wie werden die Schreibfedern gereinigt?

Wenn Sie die Feder nicht unmittelbar nach dem Schreiben reinigen, verkrustet sie, fängt an zu rosten und ist bald nicht mehr brauchbar. Das Säubern mit einem trockenen Papiertuch ist ausreichend, sofern Sie mit Tinte geschrieben haben. Wenn Sie mit Tusche schreiben, ist ein feuchtes Tuch zu empfehlen. Es ist in jedem Fall nicht notwendig, die Feder unter den Wasserhahn zu halten. Das führt gleichfalls nur zu Rost, wenn das Wasser in die Halterung eindringt.

 

Welche Kalligrafie-Schriftarten sind für das anfängliche Üben geeignet?

Zu empfehlen sind Schriftarten wie die "Karolingische Minuskel", die "Unziale", "Rundgotisch in der Art einer Rotunda" und die "Antiqua", so wie sie Hier finden Sie einen Linkhier dargestellt werden. Diese Schriften besitzen einfache runde und gerade Formen. Andere hier gezeigte Schriftarten wie beispielsweise "Fraktur", "Kanzleischrift", "Schwabacher", "Textur" und "Italienische Minuskel" erfordern einiges an Übung, weil die Feder beim Schreiben oft aufgekantet und teilweise sogar gedreht werden muß. Die Unziale zeigt durch Pfeile an den Buchstaben, in welcher Reihenfolge die einzelnen Striche gezogen werden. Ein Übungsheft für die Karolingische Minuskel, die Unziale und die Bastarda Grande Llana finden SieHier finden Sie einen Linkhier.

 

Nach welchen Regeln werden das lange und das runde "S" in alten Schriftarten verwendet?

Bis vor einigen Rechtschreib-Reformen (ca. 1850) waren 2 Arten von kleinem "s" in Gebrauch: Das lange "⌠"und das runde "s". Je nach Stellung des "s" im Wort wurde entweder das eine oder das andere verwendet. Wenn Sie alte Schriften schreiben (z.B. Fraktur, Schwabacher, Textur, Karolingische Minuskel, etc.), empfehle ich die Verwendung beider "s", denn es verschönert das Schriftbild ungemein und gehört einfach zur Schrift dazu. Bei moderneren Schriften wirkt es eigenartig, weil wir den Anblick nicht mehr gewohnt sind. Die beiden "s" werden nach folgenden Regeln verwendet:

Das lange "" steht im Anlaut einer Silbe, also vor dem Selbstlaut, Umlaut oder Doppellaut. z.B. ⌠icher, ehen, löen, Palm, Rätel, Fernehen, usw. Beachten: ⌠ steht auch vor einem ausgefallenen stimmlosen "e", z.B. ich le' (von: ich lee), Verwechlung (von: Verwechelung), Baler Straße (von: Baeler Straße)

Das runde "s" steht im Auslaut einer Silbe, also nach dem Selbstlaut, Umlaut oder Doppellaut z.B.: Haus, Mesner, Kiosk, Kubismus, Dresdner. Ausnahmen: Lautverbindungen sp und ss.

Das "scharfe s" (ß) ist übrigens ein Zusammenzug aus langem und rundem "s" und hat nichts mit sz zu tun. Das ist ein weitverbreitetes Mißverständnis. Das scharfe "s" steht leider auch kurz vor der Abschaffung. Zumindest in der Kalligraphie würde ich es wegen des schöneren Schriftbildes nicht durch ein Doppel-s ersetzen.

 

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